Bei der Kernzucht setzt der Operateur zwei Dinge in die Gonade der Auster ein: ein Stück Mantelgewebe einer Spendermuschel und den Nukleus, eine polierte Kugel aus Muschelschale. Das Gewebe bildet den Perlsack, der Nukleus gibt Form und Größe vor. Fast alle Nuklei weltweit werden aus Schalen nordamerikanischer Süßwassermuscheln aus dem Mississippi-Becken gedreht, weil deren Kalk dicht, weiß und gleichmäßig ist.
Der Anteil des Kerns am Durchmesser ist erheblich. Eine 8 mm große Akoya-Perle mit 7 mm Nukleus trägt je Seite nur 0,5 mm Perlmutt, der Kern macht damit über 80 Prozent des Durchmessers aus. Bei Südseeperlen mit 2 mm Perlmutt und mehr sinkt dieser Anteil deutlich.
Süßwasserperlen kommen meist ohne Nukleus aus, dort genügt das Gewebestück. Wie der ganze Vorgang abläuft, beschreibt der Beitrag Wie Zuchtperlen entstehen.
