Keshi bedeutet auf Japanisch Mohnsamen. So hießen zuerst die winzigen Nebenperlen, die in Akoya-Austern neben der eigentlichen Zuchtperle entstanden. Heute meint der Begriff jede kernlose Perle aus der Salzwasserzucht: Die Auster stößt den eingesetzten Nukleus ab, das Mantelgewebe bleibt zurück und bildet trotzdem einen Perlsack. Was wächst, ist Perlmutt ohne Kern.
Daher rührt der oft außergewöhnliche Lüster. Keshi-Perlen sind zu 100 Prozent Perlmutt und in der Form unregelmäßig, flach, länglich oder gefaltet. Akoya-Keshi messen meist 1 bis 5 mm, Keshi aus Südsee- und Tahitiaustern 3 bis 13 mm. Der Weltverband CIBJO stuft Keshi als Zuchtperle ein, nicht als Naturperle, denn ohne den Eingriff des Züchters wäre sie nicht entstanden.
Weil Farmen den Nukleus heute per Röntgen kontrollieren und nachsetzen, werden Keshi seltener. Mehr zu Keshi, Mabe und Conch im Beitrag Perlen abseits der Norm.
