Eine Mabe-Perle entsteht nicht im Weichkörper der Auster, sondern an der Innenseite der Schale. Der Züchter klebt einen halbrunden Nukleus aus Kunststoff oder Muschelschale an die Schalenwand, und die Auster überzieht die Kuppel über mehrere Monate bis zu einem Jahr mit Perlmutt.
Nach der Ernte wird die Kuppel aus der Schale gesägt, der Kern entfernt, der Hohlraum mit Harz gefüllt und mit einer Scheibe Perlmutt verschlossen. Das Ergebnis ist ein zusammengesetzter Stein mit flacher Rückseite. Typische Größen liegen bei 10 bis 20 mm, gelegentlich darüber, weil die Schale als Wachstumsfläche mehr Raum bietet als ein Perlsack.
Für den Preis einer runden Südseeperle gleicher Größe bekommt man mehrere Mabe. Der Preisvorteil hat eine Kehrseite: Die Perlmuttschicht ist dünn und die Füllung empfindlich gegen Stöße und Lösungsmittel. Mabe gehören in Ohrstecker, Ringe und Anhänger, nicht in Ketten. Zur Schwesterfamilie der kernlosen Keshi: Keshi, Mabe, Conch und Melo.
