Orient nennt die Fachsprache das schimmernde Farbspiel, das beim Drehen einer Perle über die Oberfläche wandert, meist in Rosa, Grün und Blau. Es entsteht nicht durch Pigment, sondern durch Interferenz: Licht wird an den vielen übereinanderliegenden Aragonitplättchen reflektiert, und die Wellen verstärken oder löschen sich gegenseitig. Die Plättchen sind 0,3 bis 0,5 Mikrometer dick, also im Bereich der Lichtwellenlänge.

Drei Begriffe werden oft vermischt. Der Lüster beschreibt die Schärfe der Spiegelung. Der Überton ist eine gleichmäßige Tönung über der Grundfarbe, etwa Rosé oder Silber auf einer weißen Perle. Der Orient ist das bewegliche Regenbogenspiel. Eine Perle kann hohen Lüster ohne Orient haben, umgekehrt kommt es kaum vor.

Orient braucht dickes, gleichmäßig gewachsenes Perlmutt. Bei Akoya mit 0,3 mm Perlmutt fehlt er oft ganz, bei Südsee- und Naturperlen ist er häufig deutlich. Das Pearl Science Laboratory in Tokio prüft ihn für das Hanadama-Zertifikat unter dem Namen Aurora-Effekt mit Licht von unten.

Die Perlen-Probe

Greifen und drehen oder einen Ton wählen: Die Perle zeigt, wie Akoya, Südsee, Tahiti und Süßwasser im Licht wirken.